Kleines Lexikon

 

Amniocentese

Fruchtwasserpunktion. Wird ab der 14. SSW durchgeführt. Unter Ultraschallkontrolle wird eine dünne Nadel in die Fruchthöhle eingeführt und einige ml Fruchtwasser mit enthaltenen kindlichen Zellen abgezogen und danach kultiviert. Es können zahlreiche Chromosomenstörungen ausgeschlossen werden, jedoch nicht alle.

 

Brustultraschall

Die Ultraschalluntersuchung der Brust mit einem hochauflösenden Ultraschallgerät erlaubt eine präzise strahlenfreie Brustdiagnostik. Die Mammasonografie ist eine bildgebende Untersuchung der Brust als erweiterte Krebsvorsorge und ermöglicht eine Früherkennung von krebsverdächtigen Befunden. Der Ultraschall gibt darüber Auskunft, ob es sich bei der Veränderung um eine mit Flüssigkeit gefüllte Zyste oder einen Tumor handelt. Im Gegensatz zur Mammografie ( Röntgenuntersuchung der Brust ) können gerade die dichten Drüsen- und bindegewebsreichen Brüste der jüngeren Frauen besser untersucht werden.

 

Chlamydien

Der bakterienähnliche Erreger Chlamydia trachomatis ist für eine Chlamydieninfektion verantwortlich. Die Übertragung erfolgt beim Geschlechtsverkehr. Häufig verläuft die Infektion symptomlos oder nur mit geringen Beschwerden, so dass sie nicht erkannt wird und demnach auch keine Behandlung erfolgt. Chlamydien können zu immer wiederkehrenden Unterleibsschmerzen oder aber durch die aufsteigende Infektion zu einer Verklebung der Eileiter führen. Das kann in vielen Fällen eine ungewollte Unfruchtbarkeit verursachen.

Beim Mann kann es zu einer Verklebung der Samenkanälchen kommen.

 

Cytomegalie

Erreger ist das Cytomegalievirus, häufigste Virusinfektion mit kindlicher Schädigung in der Schwangerschaft. Ansteckung erfolgt durch Sexualkontakt oder durch Kontakt mit CMV-ausscheidenden Kleinkindern. Das Hauptrisiko liegt bei Primärinfektion im 1. und 2. Schwangerschaftstrimenon. Folgen einer Infektion sind Frühgeburtlichkeit und Schädigung des kindlichen Gehirns. Ein Test, ob eine Immunität vorliegt, kann am Anfang der Schwangerschaft durch Blutuntersuchung erfolgen.

 

Dopplersonografie

Die Dopplersonografie ist eine spezielle Ultraschalluntersuchung, die die Gefäßdurchblutung darstellen kann. Sie wird in der Geburtshilfe zur Überwachung von Risikoschwangerschaften und zur Aufdeckung von Gefahrenzuständen des Kindes und der Mutter in der zweiten Hälfte der Schwangerschaft angewendet. Sie erlaubt Aussagen über die Funktion des Mutterkuchens und des kindlichen Zustandes. Die Doppleruntersuchung ist sehr aufwändig, aber ungefährlich für Mutter und Kind. Sie erhöht die Sicherheit der Schwangerenvorsorge und kann auch bei normalem Schwangerschaftsverlauf durchgeführt werden.

In der Gynäkologie wird die Dopplersonografie zur Diagnostik in der Krebsdiagnostik genutzt. Da die meisten bösartigen Tumoren sehr gut durchblutet sind,sind sie durch eine vermehrte Gefäßbildung von gesundem Gewebe zu unterscheiden.

 

Gestationsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes ist eine weltweit zunehmende Erkrankung und eine der häufigsten Schwangerschaftskomplikationen. Ein erhöhter Blutzucker hat seine Auswirkungen auf das ungeborene Kind und kann schwere Folgen nach sich ziehen (Zunahme des Fehlbildungsrisikos, erhöhtes Risiko für Frühgeburten und im Extremfall ein intrauteriner Fruchttod). Für die Mutter steigt das Risiko für Harnwegsinfekte und schwangerschaftsinduzierte Hypertonie. Das Risiko für eine später auftretende Zuckererkrankung ist erhöht.

 

 Hormonersatztheapie ( HRT )

Hierbei handelt es sich um den hormonellen Ausgleich eines Mangels an Östrogen und Progesteron während der Wechseljahre. Die HRT war in den letzten Jahren – zu unrecht - in einen schlechten Ruf geraten. Aktuelle Studien belegen, dass durch einen frühzeitigen Beginn einer HRT zwischen dem 45. und 50. Lebensjahr und durch eine möglichst langfristige Einnahme eine Senkung des Risikos für Herz-Kreislauf-Erkrankungen, Alzheimer-Demenz und Osteoporose um 40% erreicht werden kann. Eine Erhöhung des Brustkrebsrisikos konnte nicht bewiesen werden, im Gegenteil - durch regelmäßige Kontrolluntersuchung ist auch hier ein Rückgang, bzw. eine deutlich häufigere Früherkennung zu erwarten.

 

HPV-Infektion

Infektionen mit dem humanpathogenen Papilloma-Virus gehören zu den häufigsten sexuell übertragbaren Viruserkrankungen. Bislang wurden mehr als 40 Untergruppen des HP-Virus im Genitalbereich nachgewiesen. Harmlos sind die sogenannten Feigwarzen (Kondylome), die durch die Untergruppen 6,11 und 42 hervorgerufen werden. In 10-30% bilden sich die Warzen spontan zurück. Die Behandlung kann sonst durch lokal wirkende Cremes, Kälte- oder Laseranwendungen erfolgen.

Davon zu unterscheiden sind die High-Risk-HPV-Infektionen, welche u.a. durch die Untergruppen 16/18 hervorgerufen werden. Die Infektion erfolgt im Bereich des Gebärmutterhalses. Zellveränderungen fallen meist erst durch eine Kolposkopie ( ähnlich Mikroskopie ) und / oder bei der Abstrichentnahme auf. Auch diese Gewebeveränderungen können sich spontan zurückbilden, zu einem späteren Zeitpunkt – je nach Abwehrlage des Körpers - jedoch erneut wieder auftreten. Es gibt Verläufe, wo die Zell-veränderungen stetig fortschreiten bis sich Krebszellen entwickelt haben. Klassisch für solch eine Infektion ist der Pap III D- Abstrichbefund. Es sollten regelmäßige Abstrichkontrollen erfolgen oder aber eine chirurgische Entfernung der Zellveränderungen erfolgen (Konisation, gezielte Proben-entnahme unter Narkose). Derzeit laufen Versuche einer Impfung gegen das Virus, die Ergebnisse sind vielversprechend. Schutz vor einer HPV-Infektion bietet zur Zeit jedoch nur der Gebrauch von Kondomen.

 

Darmkrebs

Darmkrebs ist die zweithäufigste Tumorart sowohl bei Frauen als auch bei Männern in der westlichen Welt. Als sicherste Vorsorgeuntersuchung empfehlen wir Ihnen die Darmspieglung, welchen von den gesetzlichen Krankenkassen ab dem 55. Lebensjahr alle 10 Jahre erstattet wird. Sollte diese Untersuchung für Sie nicht in Frage kommen, bieten wir Ihnen neben dem bekannten Haemocculttest ( 50.-55. Lj. jährlich, ab 55. Lj. alle 2 Jahre, nach Darmspieglung erst wieder nach 10 Jahren im Rahmen der Darmkrebsvorsorge der gesetzlichen Krankenkassen) zwei hochmoderne Stuhlteste an, die jedoch von den Krankenkassen nicht finanziert werden.

 

Immunologischer Nachweis von Blut im Stuhl

Der Test ermöglicht eine einfache Früherkennung von Darmkrebs aus Stuhlproben. Im frühen Stadium äußern sich Geschwüre, Polypen oder Darmkrebs nur sehr selten durch sichtbare Symptome außer dem Vorhandensein von versteckten Blutspuren im Stuhl. Mit diesem Test lassen sich nur spezifische Antikörper menschlichen Hämoglobins und bereits sehr geringe Mengen versteckten („okkultes Blut „) Blutes erfassen.  Dadurch können selbst nur wenig blutende Polypen oder Frühstadien eines Darmkrebses zuverlässig erkannt werden. Hier ist eine operative Therapie noch gut möglich. Eine zusätzliche Diät im Vorfeld ist nicht notwendig.

 

Enzymatischer Stuhltest

Nachweis des Enzyms M2-Pyruvatkinase, welches von Tumorzellen und Darmpolypen abgegeben wird, aber auch bei chronisch entzündlichen Darmerkrankungen nachweisbar ist. Der Test ist unabhängig davon, ob Polypen oder Tumore schon bluten und können diese bereits < 1 cm nachweisen.

 

Klimakterium – Wechseljahre

Bedingt durch die hormonelle Umstellung – Wegfall der Östrogene – treten bei vielen Frauen vielfältige sogenannte neurovegetative Beschwerden (Hitzewallungen, Schlafstörungen, Kopfschmerzen, Herzklopfen) und psychische Veränderungen bis hin zu Depressionen auf. Die Dauer der Beschwerden kann kurzzeitig sein, sich aber auch über mehrere Jahre erstrecken. Eine Behandlung ist mit pflanzlichen Substanzen oder durch einen Ausgleich des Hormonmangels ( Hormonersatztherapie ) möglich.

 

Myome

Myome sind gutartige Muskelknoten der Gebärmutter, die nur in sehr seltenen Fällen böse entarten. Solange Myome keine Beschwerden verursachen – Blutungen, Schmerzen, verlängerte u./o. sehr starke u./o. zu häufige Regelblutungen, deutliches Wachstum, Stuhlgangsbeschwerden – sind regelmäßige Ultraschallkontrollen ausreichend. Bei Beschwerden sollten andere individuell geplante Therapien mit dem Frauenarzt besprochen werden.

 

Nackentransparenz

Methode zur Früherkennung von Chromosomenstörungen (Trisomie). Das sogenannte Erst-Trimester-Screening, d.h. die Messung der Nackenfalte des Babys wird zwischen der 12. bis zum Ende der 14. Schwangerschaftswoche vorgenommen. In dieser Zeit findet sich häufig eine Wasseransammlung unter der Haut des Nackens, die eine Risikoeinschätzung in Bezug auf Trisomie 21 ( Down-Syndrom) ermöglicht.

 

Osteoporose

Als Osteoporose bezeichnet man den vermehrten Verlust der Knochenmasse durch die langsame Reduzierung des statischen Knochengewebes. Im Knocheninneren wird mehr Substanz abgebaut, als wieder aufgebaut werden kann. Es kommt zu einem krankhaften Knochenschwund, der ohne Behandlung zu schweren Haltungsschäden, Muskelschmerzen und Bewegungseinschränkung führen kann. Typische Folgen sind der sogenannte „ Witwenbuckel“ oder der Oberschenkelhalsbruch. Bei Frauen ist dieser Prozeß während der Wechslejahre deutlich beschleunigt. Vorbeugend wirkt eine Hormonersatztherapie, des weiteren sollten eine kalziumreiche Ernährung und viel Bewegung nicht fehlen.

 

Polypen

Sind Schleimhautgewächse, die sich im Verlauf häufig zu bösartigen Tumoren verändern können. Sind Polypen sichtbar (Scheide, Gebärmutterhals), können sie beobachtet und bei Auffälligkeiten entfernt werden. Polypen in der Gebärmutterhöhle können nur durch Ultraschall der Gebärmutter im Frühstadium gefunden werden. Häufig betroffen sind Frauen ab dem 40. Lebensjahr mit deutlich erhöhtem Körpergewicht. Kurzzeitige Kontrollen sind möglich, eine operative Entfernung ist jedoch empfehlenswert (Ausschabung).

 

Thin-Prep Test

Ein regelmäßiger Abstrichtest ist Voraussetzung zur Vorbeugung des Gebärmutterhalskrebses und unerläßlich bei der Erfassung seiner Vorstufen. Werden die Vorstufen nicht erkannt und behandelt, so kann sich über die Zeit ein Krebs entwickeln. Die Früherkennung mit dem Thin-Prep Test führt zu einer Verringerung der Fehlerquote bei der Abstrichentnahme, da nahezu alle am Gebärmutterhals abgestrichenen Zellen in einem speziellen Verfahren gesammelt und damit diagnostisch ausgewertet werden können. Ein weiterer Vorteil besteht in der verbesserten Zellagerung, wodurch der Laborarzt eine präzisere Zelldiagnostik vornehmen kann.

 

Toxoplasmose

Die Toxoplasmose ist eine Infektionserkrankung (hauptsächlich übertragen durch Katzenkot und den Verzehr von rohem Fleisch), mit sehr hohem Risiko schwerer kindlicher Schädigungen bei Erstinfektion in der Schwangerschaft. Nur 20 – 40% der Schwangeren besitzen ausreichen Abwehrmechanismen. Mit einem Bluttest kann die Immunitätslage bestimmt werden. Bei positivem Ergebnis besteht kein Infektionsrisiko für das Kind. Bei negativem Ergebnis ist Vorsicht geboten und der Test sollte im Schwangerschaftsverlauf kontrolliert werden.

 

Vaginal-Ultraschall

Durch eine schmale Sonde, die vorsichtig in die Scheide eingeführt wird, können die Gebärmutter, die Eierstöcke, der Gebärmutterhals, die Harnblase und andere Organe des kleinen Beckens beurteilt werden. Auf diesem Wege lassen sich sicher u.a. Polypen in der Gebärmutterhöhle, Myome , kleine Eierstockstumoren und Veränderungen der Harnblase diagnostizieren. Im Gegensatz zur Tastuntersuchung ( Unterscheidung von groß oder klein und Schmerz oder kein Schmerz ) lassen sich hier die Organe besser in ihren Strukturen beurteilen. Die Untersuchung empfiehlt sich 1x jährlich, zur erweiterten Krebsvorsorge, nicht nur bei Kinderwunsch, hormoneller Empfängnisverhütung oder unter einer Hormonersatztherapie, sondern auch nach operativer Entfernung von Gebärmutter u./o. Eierstöcken.